Zurück

 

Die Elritze

  

Sensibler Winzling

 

Elritzen bevorzugen flache Gewässer, vom Brackwasser der Ostsee bis hin zu Gebirgsbächen. Sie sind selbst in Höhen von über 2000 m noch zu finden.

Nur wenige Angler bekommen jemals Elritzen zu Gesicht, weil diese Fische in Bächen und im flachen Wasser leben, das normalerweise nur Spezialisten auf der Suche nach Bachforellen oder Döbeln untersuchen.

 

Der winzige Fisch (5- 6 cm lang) ist in kleinen sauberen Bächen häufig anzutreffen. Er dient sogar als "Barometer" für die Güte des Wassers verschwinden Elritzen aus einem Bach, hat sich die Wasserqualität sehr wahrscheinlich verschlechtert.

In der Familie der Karpfenartigen nimmt die Elritze schon rein äußerlich eine Sonderstellung ein. Sie hat einen schlanken Körper, einen kleinen, etwas gedrungenen Kopf und ein halbmondförmiges Maul mit dicken, fleischigen Lippen. Die Schuppen sind winzig. Der Bauch der Elritze ist fast das ganze Jahr über cremefarben, der Rücken und die Flanken sind Olivbraun, und entlang der Flanken zieht sich eine Reihe dunkler Flecken. Im späten Frühjahr verändert sich das Aussehen des Männchens: Am Hals bildet sich ein pechschwarzer Fleck, und der Bauch färbt sich leuchtend rot. Außerdem entsteht am Brustflossenansatz eine perlweiße Markierung. 

Die Elritze bewohnt überwiegend saubere und sauerstoffreiche Bäche, die sich im Sommer erwärmen. Sie kommt jedoch auch in Seen und bisweilen in größeren Flüssen vor, in die sie aus nahegelegenen Bachzuflüssen gelangt So kleine Fische können natürlich nur kleine Beutestückchen fressen. Wenn sie ausgewachsen sind, nehmen sie kleinere Insektenlarven und Kleinstkrebse, aber auch pflanzliche Nahrung und große Mengen von Kleinlebewesen wie Blattläuse und Spinnen zu sich, die von den umliegenden Wiesen und Uferpartien ins Wasser geweht werden.

 

Laichen und Schwarmbildung

 

Das Laichgeschäft vollzieht sich im Frühsommer zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Dazu versammeln sich die Fische an flachen Kiesuntergründen, besonders im Morgengrauen und in der Abenddämmerung. Man erkennt die geschäftig umherschießenden kleinen Fische an den weißen Flecken am Brustflossenansatz der Männchen, die zu leuchten scheinen.

Die Eier bleiben meist an Steinen haften; die Jungen schlüpfen nach vier bis acht Tagen. Nach dem Schlüpfen sind die Brutfischchen etwa 5 mm lang. Die meisten Elritzen laichen im 3. Lebensjahr ab (nur wenige leben überhaupt länger), doch diejenigen, die in wärmeren Bächen frühzeitig schlüpfen, laichen bereits am Ende ihres ersten Lebensjahres ab. Elritzen sind keine Einzelgänger; ihr Leben spielt sich im Schwarm ab. Wenn die Laichzeit naht, kann man sie beim Durchziehen der Flachwasserbereiche beobachten, wo sie in Massen das Flussbett ausfüllen.

 

Ein guter Geruchssinn

 

Der Geruchssinn dieses Fisches ist hervorragend entwickelt. Die Haut einer verletzten Elritze sondert eine Substanz ab, die andere Fische im Schwarm wenige Sekunden nach der Verletzung entnehmen. Sie reagieren darauf mit nervösem Umherschwimmen. Hält der Zustrom der "Schrecksubstanz" an, wird der Schwarm von Angst ergriffen und flüchtet.

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlicher Name: Phoxinus phoxinus

Höchstgewicht: etwa 25 g

Durchschnittsgewicht: 3,5 g

Höchstlänge: 12 cm, aber selten größer als 6 cm

Lebensdauer: bis 6 Jahre, meist nur 3 Jahre

 

 

 

Die Elritze, auch Pfrille genannt, ist in der Roten Liste der Bundesrepublik als "stark gefährdet" eingeordnet. In vielen Bundesländen, so z. B. in Hamburg und im Saarland, besteht ein ganzjähriges Fangverbot - auch mit der ehemals so beliebten Köderfisch- Flasche. Früher wurden tote Elritzen gen als Köderfische genommen.

 

Zurück