Zurück

 

Der Kaulbarsch

  

Mit seinen rauen Schuppen und der stachligen

ersten Rückenflosse ist der Kaulbarsch vor

Raubfischen recht gut geschützt. Aufgrund seiner Gier

ist er vor Matchanglern jedoch weniger sicher.

 

 

Der Kaulbarsch ist einer der kleinsten "Fische unserer Gewässer. Er erreicht nur eine Durchschnittslänge von 10 cm. Der Kaulbarsch gehört zur Familie der Barschartigen, was schon die stachlige erste und die weiche zweite Rückenflosse verraten. Anders als beim Flussbarsch bilden diese beiden Flossen beim Kaulbarsch eine durchgehende Einheit. Der Kaulbarsch richtet bei Gefahr seine stachlige erste Rückenflosse auf, um Rivalen oder Raubfischen Aggression vorzugaukeln, die zweite Rückenflosse verwendet er zur Steuerung.

 

Erkennungsmerkmale

 

Den Kaulbarsch erkennt man darüber hinaus auch leicht an seinem großen, unbeschuppten Kopf. An der Unterseite des Kopfes finden sich ungewöhnlich große Schleimgruben. Mit seiner unauffälligen Färbung ist der Kaulbarsch ausgesprochen gut getarnt und hebt sich kaum vom schlammigen Flussgrund ab. Der Körper ist hell olivgrün und weist außer am Bauch einige Reihen mit kleinen schwärzlichbraunen Flecken auf.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Fischen, die nach dem Fang das Maul öffnen, um den Haken loszuwerden, bereitet der winzige Kaulbarsch dem Angler erstaunlicherweise beträchtliche Probleme. Und zwar ganz einfach, indem er sein kleines - aber kräftiges - Maul fest geschlossen hält. Der Kaulbarsch ist im Unterlauf langsam fließender Flüsse, in Kanälen und Entwässerungsgräben zu Hause, seltener in stehenden Gewässern. Er gedeiht am besten in Gewässern mit Sand- oder Kiesgrund, die recht tief sind und gute Wasserqualität aufweisen. Kaulbarsche werden bei internationalen Wettkämpfen gezielt beangelt. Früher hat man in Deutschland den kleinen Fisch auch gern in großen Mengen gefangen, um eine überaus schmackhafte Suppe daraus zu kochen. So steht es jedenfalls in alten Büchern.

 

Dem Futter hinterher

 

Kaulbarsche sind tagsüber aktiv und bewegen sich in kleinen Schwärmen langsam am Grund, wo sie nach Insekten, Krebstierchen und Zuckmückenlarven suchen. Größere Kaulbarsch- Exemplare fressen hin und wieder auch winzige Fische. Der Kaulbarsch wurde sogar schon beschuldigt, den Laich eines seltenen Fisches - des Felchens zu fressen.

 

Lebenszyklus

 

Der Kaulbarsch wird mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Er laicht im April oder Mai, wenn die Wassertemperatur zwischen 10 und 15ºC liegt. Das Weibchen zieht in flacheres Wasser und legt dort bis zu 100 000 Eier ab, die an Pflanzen und Steinen festkleben. Nach acht bis zwölf Tagen schlüpft die Fischbrut und bleibt zunächst im flachen Wasser. Die Fische wachsen langsam und erreichen nach zwei Jahren etwa 8 cm Länge. Viele Fischarten ernähren sich von Kaulbarschen, vor allem Zander fressen sie in großer Zahl. Wenn er nicht gefressen wird, kann der

Kaulbarsch bis zu neun Jahre alt werden. Der schildförmige Knochen zum Schutz der Kiemen trägt konzentrische Kreise, aus denen sich das Alter eines Kaulbarschs bestimmen lässt, ähnlich wie bei einem Baum aus den Jahresringen.

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlicher Name: Gymnocephatus cemua

 

Höchstgewicht: 500 g

Durchschnittsgewicht: 80 g

Maximale Länge: 30 cm

Lebenserwartung: 7- 9 Jahre

 

 Zurück