Zurück

 

 

Die Quappe,

ein Süßwasserdorsch

  

Die Quappe ist das einzige Mitglied der Dorschfamilie,

das im Süßwasser lebt. Alle anderen der ungefähr

sechzig Dorscharten sind Meeresbewohner.

 

 

Die Quappe, auch Trüsche, Aalquappe oder Rutte genannt, gehört mit ihrer langen Bartel am Kinn und den strahlenarmen Bauchflossen zur Dorschfamilie. Ihr lang gestreckter Körper verjüngt sich zum Schwanzende hin. Die Quappe besitzt zwei Rückenflossen, wobei die erste extrem kurz ist und die zweite - genau wie die Afterflosse - besonders lang; sie erstreckt sich fast bis zum Schwanz. In ihrem gesamten Erscheinungsbild ähnelt die Quappe einem kleinen Lengfisch.

 

Weite Verbreitung

 

Die Quappe gehört zu den am weitesten verbreiteten Süßwasserfischen überhaupt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich fast über die gesamte nördliche Erdhalbkugel bis hinunter zum 45. Breitengrad Nord. Neben unserer Quappe (Lota lota), die in Europa, West- und Mittelsibirien beheimatet ist, gibt es noch zwei Unterarten: Lota lota leptura in Ostsibirien, Alaska und Westkanada sowie Lota lota maculosa im übrigen Nordamerika. Quappen gehören in Deutschland zu de. beliebten Angelfischen. Sie werden besonders in der kalten Jahreszeit gefangen. Ihr Fleisch ist ausgesprochen wohlschmeckend. Ein gutes Gewässer zum Quappenfang ist beispielsweise die Elbe, aber auch die Alpenseen bieten zahlreiche Angelmöglichkeiten.

In Großbritannien beschränkt sich ihr Vorkommen auf den äußersten Südosten Englands' Doch auch diese Bestände sind heute durch

Flussverschmutzung und Verbauung fast vollständig verschwunden.

 

 

Quappen mögen's kalt

 

Den Tag verbringen die Quappen versteckt in Löchern am Gewässergrund, in Felsspalten oder im Wurzelwerk versunkener Bäume. Doch mit dem Einsetzen der Dämmerung kommen sie hervor, um auf Jagd zu gehen. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Würmern, Insektenlarven, Schnecken und Muscheln.

Größere Quappen bevorzugen kleine bodenlebende Fische. Gern fressen sie auch den Laich anderer Fische; in Forellenflüssen sind Quappen als Laichräuber gefürchtet. und entwickeln ihre höchste Fressaktivität erst in der kalten Jahreszeit. Quappen sind typische Winterlaicher, d. h. ihre Laichzeit erstreckt sich von Dezember bis März. Bevorzugt wird harter Untergrund in Tiefen von 2 bis50 m und eine Wassertemperatur zwischen 0,5 und 4ºC. Größere Exemplare laichen meist in Seen, während die jüngeren zum Laichen häufig in größeren Schwärmen die Flüsse einige Kilometer stromauf wandern. Die Weibchen legen je nach Größe zwischen 35 000 und fünf Millionen 1 mm große Eier ab. Diese enthalten im Inneren eine Ölkugel, mit der verhindert wird, dass die Eier zu tief absinken und im flachen Wasser nicht in den Gewässergrund eindringen. Bei einer Wassertemperatur von 2ºC schlüpfen die Larven nach ungefähr 7 bis 10 Tagen. Sie sind bei Geburt etwa 3 mm lang Ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Fischen sind Quappen im Sommer eher träge und schweben zunächst frei im Wasser, wo sie sich von Plankton ernähren. Bei einer Länge von 6- 7 mm gehen sie zum Leben im Flachwasser in Ufernähe über. Schon im ersten Jahr können sie eine Größe von 10-15 cm erreichen. Die Geschlechtsreife tritt bei den Männchen am Ende des3. Jahres (etwa 35 cm), bei den Weibchen am Ende des 4. Jahres (etwa 45 cm) ein.

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlichen Name: Lota lota

Höchstgewicht: 25 – 30 Kg, bei uns bis ca. 8 Kg

Durchschnittsgewicht: 1 Kg

Maximale Länge: 1,2 m ( bei uns bis 80 cm9

Lebenserwartung: bis 13 Jahre

 

 

 Zurück