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Ein kraftvoller Räuber:

Der Rapfen

  

Der Rapfen, auch Schied genannt, ernährt sich

räuberisch und erreicht deshalb ein beachtliches

Körpergewicht. Als Angelfisch wird er wegen

seiner Kraft und Schnelligkeit sehr geschätzt. Er ist der

einzige Raubfisch aus der Familie der Karpfenartigen.

 

 

Der Rapfen durchstreift die oberen Wasserschichten auf der Jagd nach lebender Beute, die er vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung mit viel Getöse angreift. Kein Tier, das im Uferbereich lebt, ist vor ihm sicher - kleine Fischschwärme, Frösche, Wassermäuse, und sogar kleine Enten sollen schon in seinem Rachen verschwunden sein. Beutestücke dieser Größe kann der Rapfen bewältigen, weil er mit einem riesigen Maul ausgestattet ist. Die Maulspalte reicht bis hinter das Auge. Der Unterkiefer des oberständigen Rapfen findet man von Ostholland über Deutschland quer durch Europa bis nach Sibirien sowie im Schwarzen und im Kaspischen Meer. Vereinzelte Bestände gibt es auch im Süden Norwegens, Schwedens und Finnlands.

Der Körper ist schlank und verjüngt sich hinter dem Waidloch

kielartig. An ausgewachsenen Fischen bilde sich hinter dem Kopf eine Art Buckel. Der Körper des Rapfens ist graublau, der Rücken dunkelgrün, der Bauch weiß. Abgesehen von der grauen Rücken- und Schwanzflosse sind seine Flossen rötlich. Die Schuppen sind klein; entlang der Seitenlinie finden sich 65-74 Stück.

 

Der Lebensraum des Rapfens

 

Der Rapfen bewohnt die östlichen Gebiete Europas - von Ostholland, Deutschland und Teilen Skandinaviens bis nach Sibirien, dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer. Am ehesten trifft man ihn im Mittellauf tief gelegener Flüsse an. Die ausgewachsenen Fische leben als räuberische Einzelgänger am liebsten in Lagunen, Altwassern und im ruhigen Wasserbereich oberhalb von Dämmen und Wehren. Manche Individuen, besonders die im Kaspischen und im Schwarzen Meer, werden zu Wanderfischen suchen in den brackigen Flussmündungen nach Nahrung und ziehen zum Laichen ins Süßwasser hinauf. So kommt der Rapfen auch im Brackwasser der Ostsee vor.

 

Schnell wachsende Jungfische

 

Der Rapfen laicht zwischen April und Juni, je nach Wassertemperatur. Die Rapfenschwärme ziehen so lange stromauf, bis sie einen steinigen oder kiesigen Grund mit schneller Strömung vorfinden. Die klebrigen Eier werden inmitten von Steinen abgelegt und befruchtet; die Brut schlüpft nach 10 bis 15 Tagen. Die Brutfische treiben in langsam fließende, geschützte Bereiche ab und ernähren sich von winzigen Insekten und Krebstierchen. Schon 10 bis 12 Wochen nach dem Schlüpfen ernähren sich die Jungfische von anderen

kleinen Fischen. Damit erklärt sich auch ihr extrem schnelles Wachstum: Nach nur einem Jahr können Jungrapfen über ein Pfund schwer sein. Die Geschlechtsreife wird nach vier bis fünf Jahren erreicht; der Fisch wiegt dann etwa 3,5 kg. Der Rapfen gilt bei uns als minderer Speisefisch, wird aber in Osteuropa geschätzt und mit Netzen, Fallen und Langleinen gefangen. Leider ist er wegen Überfischung in seinem natürlichen Lebensraum immer seltener anzutreffen.

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlicher Name: Aspius aspius

Höchstgewicht: 18 kg

Durchschnittsgewicht: 5 kg

Maximale Länge: 105 cm

Lebenserwartung: 25 Jahre

 

 

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