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Die Regenbogenforelle

  

Diese Einwanderin aus den USA ist in Deutschland

seit über hundert Jahren heimisch. Für eine

Forelle ist sie relativ anspruchslos und wurde deshalb

in viele Gewässer eingesetzt.

 

Die Regenbogenforelle ist eine Augenweide. Ihr stromlinienförmiger Körper ist perfekt der räuberischen Lebensweise in schnellfließenden Gewässern angepasst. Der Rücken ist graugrün, die Bauchseite weiß, die Flanken sind silbern. Ein rötlich- bis rosafarbenes Band (es schillert wie ein Ölfilm auf nassem Asphalt) zieht sich die Seiten entlang. Nach dieser Färbung ist die Regenbogenforelle benannt.

 

Frisst fast alles

 

Regenbogenforellen fressen fast alles im oder auf dem Wasser und in jeder Tiefe, von Nymphen und Schnecken am Grund bis zu Insekten auf der Wasseroberfläche genau wie Bachforellen. Regenbogenforellen verhalten sich auch ähnlich wie ihre rotgetupften Verwandten: Meist warten sie hinter Steinen, Felsen oder anderer Deckung auf vorbeitreibende Nahrung. Mit zunehmendem Alter werden Regenbogenforellen räuberischer. Sie ernähren sich dann hauptsächlich von Stichlingen, Lauben und anderen kleinen Fischen. Selbst kleinere Artgenossen werden nicht verschmäht. In stehenden Gewässern bilden sie manchmal kleine Schulen, in denen sie gemeinsam auf Jagd gehen. Dabei kann man sie beobachten, denn ihre Raubzüge finden oft im Oberflächenwasser statt. Im Flachwasser kreisen sie gelegentlich ganze Kleinfischschwärme ein und attackieren sie dann ähnlich wie Makrelen es tun.

Bei uns stammen die meisten Regenbogenforellen aus Fischzuchten, in denen sie nur mit Pellets gefüttert werden. Da häufig immer noch fangfähige Fische besetzt werden, gelingen Anglern, die Pellets als Köder nachahmen, manchmal wahre Massenfänge.

 

Laichen im Kies

 

Natürlich laichende Regenbogenforellen brauchen Kiesuntergrund, in den das Weibchen ein Laichbett gräbt. Die Larven schlüpfen, abhängig von der Wassertemperatur, nach zwei bis drei Monaten. Sie bleiben noch so lange im Kies versteckt, bis ihr Dottersack aufgebraucht ist. Erst danach verlassen sie das Kiesbett und beginnen, tierisches Plankton zu fressen. Dabei wachsen die kleinen Regenbogenforellen rasch; sie können innerhalb von drei Wochen ihr Gewicht verdoppeln. In Fischzuchten werden Regenbogenforellen künstlich vermehrt und aufgezogen. Ein Teil wird an Angelvereine verkauft, der größere Teil jedoch landet in Größen zwischen 0,3 - 10 kg beim Fischhändler. Regenbogenforellen wurden schon 1882 aus den USA nach Deutschland eingeführt. In Nordamerika gibt es eine wandernde Form der Regenbogenforelle ("steelhead"), vergleichbar der Meerforelle bei uns, und eine zweite Form, die wie die Bachforelle nur im Süßwasser lebt.

 

Bei uns haben sich diese Formen allerdings vermischt, so dass wir keine ausgeprägten Stationär- oder Wanderbestände haben. Regenbogenforellen laichen erst im zeitigen Frühjahr; da sie aber schnell wachsen, sind sie im Winter groß genug zum Überleben. In deutschen Gewässern laichen Regenbogenforellen nur äußerst selten natürlich ab. Eine der möglichen Ursachen liegt darin, dass alle großen Regenbogenforellen, also die potentiell laichfähigen Fische, frühzeitig von Anglern weggefangen werden, da sie leichter an den Haken gehen als Bachforellen. Regenbogenforellen werden vielerorts ausgesetzt, weil sie einfach zu züchten sind und höhere Wassertemperaturen besser vertragen als andere Salmoniden. Zur Freude vieler Angler können sie daher auch in Seen und selbst kleinsten Teichen gehalten werden.

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlicher Name: Oncorhynchus mykiss (früher Salmo gairdneri)

 

Höchstgewicht: 14 kg

Durchschnittsgewicht: 0,5-1 kg

Maximale Länge: 100 cm

Lebenserwartung: 8-10 Jahre

 

 

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