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Anspruchslos: Das Rotauge

  

Das Rotauge, auch Plötze genannt, gehört zu den bei

uns am stärksten verbreiteten Fischarten. Der Grund

dafür liegt auf der Hand: Das Rotauge ist anspruchslos

und überlebt auch in belastetem Wasser.

 

Nicht nur für Anfänger ist es mitunter recht schwierig, das Rotauge von der Rotfeder zu unterscheiden. Die Fische selbst scheinen dabei auch ihre Probleme zu haben, wie die vielen Hybriden beweisen, die aus den beiden Arten hervorgegangen sind. Rotaugen kreuzen sich aber auch mit Brassen, gelegentlich auch mit Güstern und Döbeln. Das Rotauge wie auch die Rotfeder haben große Schuppen und grünliche Rücken. Nur an ihren Flanken lassen sie sich unterscheiden: Beim Rotauge glänzen sie silbern, bei der Rotfeder golden.

Das Rotauge bevorzugt langsam fließende bis stehende Gewässer. In Flüssen mit starker Strömung fühlt sich das Rotauge nur dann wohl, wenn diese auch tief sind. Da es anspruchslos ist, kommt das Rotauge in Nährstoff wie auch sauerstoffarmen und selbst in stärker belasteten Gewässern vor.

Sind in einem Gewässer nur wenige natürliche Feinde vorhanden, können sich die Rotaugen so stark vermehren, dass sie es überbevölkern . Diese sogenannten verbutteten Bestände bestehen zwar aus sehr vielen Exemplaren, von denen aber nur wenige mehr als 100 g erreichen. Auch wenn ein Gewässer sehr nährstoffarm ist, bleiben die Rotaugen sehr klein.

 

Auf Räuber angewiesen

 

Kapitale Exemplare findet man nur in nahrungsreichen Gewässern mit gutem Raubfischbestand. Aale, Hechte und andere Räuber verhindern eine Überbevölkerung, und es bleibt genügend Nahrung übrig, so dass die überlebenden Fische stattliche Größen erreichen können. Unter guten Wachstumsbedingungen wird ein kapitales Rotauge durchschnittlich neun bis zehn Jahre alt. Zwischen April und Juni laicht das Rotauge im flachen Wasser. Die gelblichen Eier haften an Wasserpflanzen oder Steinen. Rotaugen sind recht fruchtbar, die Eizahl liegt je nach Körpergröße zwischen 10000 und 200000. In einem milden Frühling beginnen sie, früher zu laichen, und eine größere Anzahl von Brutfischen überlebt - für Raubfische paradiesische Zeiten.

Die Brut ernährt sich ausschließlich von Plankton. Später bereichern dann Algen, Schnecken, Insektenlarven und vor allem Schlammröhrenwürmer den Speiseplan der Rotaugen. Sie fressen hauptsächlich in Bodennähe oder direkt am Grund, manchmal trifft man sie auch im Mittelwasser. Zu Zeiten, in denen besonders viele Insekten auf dem Wasser treiben, findet man sie auch an der Oberfläche. Große Exemplare, vor allem Rotaugen- Brassen- Hybriden, zeigen zuweilen eine Vorliebe für die eigene Brut.

Wie viele andere Mitglieder der Karpfenartigen entwickeln auch männliche Rotaugen häufig vor Beginn der Paarungszeit einen sogenannten Laichausschlag. Dieser zeigt sich in harten, ungefähr stecknadelkopfgroßen grauweißen Körnern, vornehmlich am Kopf. Deshalb ist es nur während der Laichzeit möglich, die Geschlechter zu unterscheiden.

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlicher Name: Rutilus rutilus

Höchstgewicht: 2,7 kg

Durchschnittsgewicht: 100- 200 g

Maximale Länge: 52 cm

 

 

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