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 Die Schleie

 

Die zähe Schleie fühlt sich in nahrungsreichem,

sauerstoffarmem Wasser am wohlsten. So findet

man sie in flachen Seen und träge dahin schleichenden

Flüssen, wo sie im Schlamm gründelt.

 

  

Mit ihrem gedrungenen und doch harmonischen Körper bietet die Schleie ein sehr angenehmes Erscheinungsbild. Sie gehört zur Familie der karpfenartigen Fische und kann Sehr unterschiedlich gefärbt sein, von fast schwarz bis zu grün und blassgelb. Meist jedoch sind der Rücken und die Flanken dunkel olivgrün, der Bauch ist blasser. Es gibt auch eine goldfarbene Variante, die manchmal schwarze Flecken am Rücken und an den Seiten hat.

 

Aufsteigende Bläschen

 

Schleien suchen fast ausschließlich am Grund nach Nahrung - das Futter finden sie, indem sie im Schlamm wühlen. Dabei setzen sie kleine Bläschen frei, die nach oben steigen. Diese Bläschen stammen aus Taschen im Schlamm, die mit Sumpfgasen (hauptsächlich Methan) gefüllt sind und beim Gründeln der Fische geöffnet werden. Die Gase werden durch das Maul und die Kiemen der Schleie gefiltert, und die feinen Kiemenreusen erzeugen dabei die typi1 sehen, winzigen Bläschen. Die Schleie kommt in stehenden Gewässern und langsam fließenden Flüssen ganz Europas vor, bis hin nach Sibirien. Man trifft sie auch in Gewässern bis 1600 m Höhe an.

 

Schleien fressen alle kleinen Beutetierchen die sie am Grund finden können; ganz besonders mögen sie jedoch Zuckmückenlarven Schlammröhrenwürmer und andere Insektenlarven. Sie fressen aber auch größere Brocken beispielsweise Würmer, Schnecken, Muscheln und manchmal sogar kleine Fische. Sie gehen in der Morgen- und Abenddämmerung auf Nahrungssuche, gelegentlich sogar die ganze Nacht hindurch. Im Winter fressen sie kaum etwas und liegen lange Zeit regungslos im Schlamm - das spart Energie.

 

Ein träger Stillwasserfisch

 

Obwohl man Schleien gelegentlich auch in recht schnellfließenden Flüssen wie beispielsweise der Weser findet, gedeihen sie doch am besten in nahrungsreichen, stehenden Gewässern, trägen Flüssen und Kanälen. In sehr schnell fließenden Gewässern und in nahrungsarmen Bergseen findet man sie nicht; dafür vertragen sie jedoch einen geringen Sauerstoffgehalt und fühlen sich in flachen Teichen bei niedrigem Wasserstand und im Sommer sogar in abgestandenem Wasser wohl. Schleien laichen erst, wenn die Wassertemperatur für mindestens zwei Wochen bei 18º C stabil geblieben ist, also zwischen Mai und August - später als andere Süßwasserfische. Jedes Elternpaar lässt sich für das Laichen mehrere Wochen Zeit und hinterlässt zahlreiche Knäuel aus blassgrünen Eiern, die an den Stielen von Wasserpflanzen haften bleiben. Ein großes Weibchen führt bis zu 750 000 Eier mit sich. Die Brut schlüpft nach vier oder fünf Tagen, doch die Larven hängen solange mit den Köpfen an den Pflanzenstielen fest, bis der Dottersack, der sich an ihrem Bauch befindet, aufgebraucht ist. Dann müssen die Brutfischchen auf Nahrungssuche gehen. Die Jungfische leben im Kraut und werden nur selten beobachtet oder gefangen. Mit Sicherheit sterben sehr viele von ihnen schon im ersten Jahr, vermutlich im Winter. Schleien wachsen langsam; sie sind nach drei Jahren erst 20- 30 cm lang und laichen frühestens nach vier Jahren zum ersten mal. Unter Idealbedingungen erreichen sie nach etwa zehn Jahren ein Gewicht von 2,3 - 2,7 kg.

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlicher Name: Tinca tinca

Höchstgewicht: 7 kg

Durchschnittsgewicht: 1,5 kg

Maximale Länge: 66 cm

Lebenserwartung: 20 Jahre

 

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