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Der Wels - ein uriger

Süßwassergigant

  

Welse kommen in allen Erdteilen vor. Rund zweitausend

Arten sind uns heute bekannt, von denen die Mehrheit

in Südamerika heimisch ist. Der schuppenlose, riesige

Wels ist der größte Bewohner unserer Gewässer.

 

 

Der Wels - auch Waller genannt - kann eigentlich mit keinem anderen unserer Süßwasserfische verwechselt werden. Auf den ersten Blick ähneln kleine Exemplare zwar einer Quappe, die aber besitzt im Gegensatz zum Wels nur eine Bartel. Der Wels hat einen langen, sich nach hinten verjüngenden Körper, einen großen Kopf und eine dunkle, marmorierte Haut. Seine Färbung variiert je nach Gewässer,

normalerweise ist sein Rücken grauschwarz gefärbt, seine Flanken sind bräunlich, und seine Unterseite leuchtet schmutzig- weiß.

 

In ruhigen Gewässern

 

Der Wels liebt ruhige oder stehende Gewässer mit schlammigem Grund, doch er siedelt sich auch in schneller fließenden Flüssen mit felsigen Böden an, wo er zwischen Steinen liegt. Welse sind entgegen landläufiger Auffassung weit verbreitet und kommen auch in Norddeutschland vor. Über den riesigen Wels kursieren zahllose Geschichten, die zwischen Wahrheit und Märchen angesiedelt sind. So soll der Weis elektrische Schläge austeilen und sogar Hunde verschlingen. Richtig ist, dass der Weis, wie auch der Hecht, Warmblüter und Geflügel frisst. Es wird auch berichtet, dass Weise ins Flachwasser schwimmen, dort einen Schwarm Jungfische mit Schlägen der

Schwanzflosse betäuben und anschließend die Beute fressen.

 

Nestbauer

 

Der deutsche Name "Waller", der im Süden gebräuchlich ist, kommt von Walfisch. Doch ein Menschen- und Pferdefresser - wie der Chronist Conrad Gesner ihn vor400 Jahren beschrieb, ist der Weis wirklich nicht. Wie fast alle Raubfische ernährt er sich im Jugendstadium hauptsächlich von Wirbellosen. Mit zunehmender Größe besteht seine Hauptnahrung aus anderen Fischen. Viele Weise wurden schon bei Tage mit der Angel gefangen, doch gehen sie meist bei Nacht auf Jagd. Mit den beiden Barteln ist der Weis gut gerüstet, um am Grund des Gewässers in der Dunkelheit nach Nahrung zu suchen.

 

Seine Hauptbeute sind andere bodenlebende Fische wie die Schleie oder auch große Teichmuscheln. Gelegentlich jagt der Weis auch im Freiwasser und an der Oberfläche Der Weis gehört zu den wenigen Süßwasserfischen, der ein einfaches Nest zum Schutz seiner Eier baut. Das Männchen gräbt eine flache Mulde in den Boden, die es häufig noch mit Wasserpflanzen auslegt. Die Laichzeit erstreckt sich von Mai bis Juli, sofern die Wassertemperatur knapp 20º C erreicht hat.

 

Das Weibchen legt bis zu einer halben Million Eier ins Nest, die in einem Haufen zusammenkleben. Das Männchen bewacht das Nest, bis die Jungen nach etwa drei Wochen schlüpfen. Danach verliert das Männchen jegliches Interesse an seinen Nachkommen - mit Ausnahme vielleicht als Nahrung. Der allergrößte Teil der Brut stirbt in den ersten Lebensmonaten - wahrscheinlich im Winter - ansonsten wäre jedes Gewässer bald überbevölkert. Bis zur Geschlechtsreife brauchen die jungen Weise ungefähr drei bis fünf Jahre; ihr Gewicht schwankt dann zwischen 0,9 und 4,5 kg. Weise können in Westeuropa mehr als 100 kg erreichen, in Osteuropa 300 kg.

 

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlicher Name: Silurs glanis Qid

Höchstgewicht: 150 kg (Osteuropa 300 kg)

Durchschnittsgewicht: 15 kg Maximale Länge: 3 m (Osteuropa 5 m)

Lebenserwartung: - 30 Jahre

 

 

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