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Der winzige Schneider im

silbrigen Glanz

  

Die glitzernden Schuppen des Schneiders wurden

früher zur Herstellung falscher Perlen

verwendet. Heutzutage ist seine Haut bei Modellbauern

und Fischpräparatoren beliebt.

 

Der Schneider ist ein kleiner Vertreter aus der Familie der Karpfenartigen, die in Europa nach Osten bis zum Ural und zur Kaspischen Senke verbreitet sind. Der Schneider heißt bei uns auch Alandblecke oder Breitblecke und tritt hauptsächlich in Süddeutschlands auf.

 

Punkt für Punkt

 

Das silbrige Fischchen besitzt viele Gemeinsamkeiten mit dem Ukelei, und sein lateinischer Name Alburnoides weist darauf hin: dem Ukelei ähnlich. Der Fisch hat einen olivgrünen oder braunen Kopf und Rücken, helle, silbrige Seiten und einen blaßgelben Bauch. Ober- und unterhalb der Seitenlinie mit ihren 44 bis 52 Schuppen verläuft eine Reihe dunkler Punkte. Oberhalb der Seitenlinie zieht sich beiderseits ein bläulicher Streifen entlang, und am Ansatz der Bauch- und Afterflosse fällt eine leichte Orangefärbung auf. Diese tritt zur Laichzeit deutlicher hervor. Die Rückenflosse hat eine kurze Basis, ist jedoch sehr hoch und enthält neun bis elf Strahlen. Die Afterflosse hat hingegen einen langen Ansatz mit bis zu 17 Flossenstrahlen. Die Kiefern des Schneiders sind gleich lang, und das Maul sitzt an der Spitze des Kopfes, so dass der Fisch im mittleren Wasser, an der Wasseroberfläche oder am Flussbett Nahrung aufnehmen kann.

 

Abgrenzung nach Nord und Süd

 

Der Schneider ist in Europa weit verbreitet, wobei das Verbreitungsgebiet im Norden an der Grenze zu Skandinavien und im Süden an der

Grenze zu Spanien bzw. Italien endet. In Westund Südfrankreich findet man den Fisch wahrscheinlich nur vor, weil er dort künstlich eingeführt

wurde. Vermutlich wurde er versehentlich zusammen mit anderen Fischen eingesetzt Verschiedene Varianten des Schneiders wurden schon in Teilen des Balkans und weiter östlich bis hin zum Schwarzen Meer und in der. Kaspischen Senke angetroffen.

Es wurden jedoch nur einige wenige Fische gesichtet, und von wissenschaftlicher Seite sind diese Beobachtungen nicht bestätigt worden.

 

Bei dem Schneider handelt es sich um einen Schwarmfisch, der in kleinen bis mittelgroßen Flüssen lebt. Nur selten findet man ihn im Hauptwasser des Flusses, eher in Bereichen, wo das Wasser klar und nur mäßig schnell über felsigen oder kiesigen Grund fließt. Rauschen und Furten mag der Schneider besonders gern.

Der Fisch ernährt sich in erster Linie von Oberflächenplankton und kleinen Krebstierchen wie etwa Bachflohkrebsen. Er frisst Köcherfliegenlarven, Maifliegen und ähnliches sowie kleine Landinsekten und Spinnen, die von überhängenden Zweigen und Ästen aufs Wasser fallen.

 

Ein Salmonidenköder

 

Der Schneider laicht von Mai bis Juni im schnellfließenden Wasser. Die Eier werden von der Strömung in Kieslücken und in Sandnischen gespült, die Brut schlüpft nach etwa acht Tagen. Der Fisch wird selbst unter günstigen Bedingungen höchstens 15 cm lang. Für Angler hat der Schneider daher kaum Bedeutung und wird nicht direkt beangelt. Da er seinen Hauptlebensraum mit Forellen und Äschen teilt, wird der Schneider häufig von Anglern gefangen, die auf diese beiden Fischarten aus sind.

 

 

Wissenschaftlicher Name: Albumoides bipunctatus

 

Höchstgewicht« 85 g

Durchschnittsgewicht: 42,5 g

Maximale Länge: 15 cm

Lebenserwartung: 3- 4 Jahre

Glanz aus Guanin

 

Noch im neunzehnten Jahrhundert wurde der Schneider wegen der silbrigen Guaninkörnchen seiner Schuppen in großen Mengen gefangen. Das Guanin wurde aus den Schuppen herausgelöst und zur Herstellung künstlicher Perlen verwendet. Wenn es auch heutzutage billigere Methoden gibt, um künstlichen Perlen den gewünschten Schimmer zu verleihen, werden Guaninkristalle noch immer von Modellbauern und beim Präparieren von Tieren benutzt. Das Guanin aus den Flossen des Schneiders verleiht ausgestopften Fischen ihren Glanz

 

 

 

  

 

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