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Die gelbbäuchige Zährte

  

Die brassenähnliche Zährte ist ein Wanderfisch, der in

seinem europäischen Verbreitungsgebiet schon immer

rar war. Durch Eingriffe des Menschen in seinen

Lebensraum ist er jetzt noch seltener anzutreffen.

 

 

Das Verbreitungsgebiet der Zährte erstreckt sich von Nord- bis Südosteuropa. Bei uns ist der Fisch auch unter den Namen Blau oder Russnase, Näsling oder Rheinankel bekannt.

 

Kleine Unterschiede

 

Die Zährte ähnelt einem schlanken Brassen und hat ebenfalls einen seitlich zusammengedrücktem Körper. Das Stück zwischen Afterflosse und Schwanzflosse ist kielartig ausgeprägt und schuppenlos. Einen ebensolchen Kiel findet man auch zwischen Rücken- und Schwanzflosse, allerdings ist dieser von Schuppen bedeckt.

 

Die lange Afterflosse besteht aus 18‑21 Gliederstrahlen und ist etwas kürzer als beim Brassen. Außerdem hat sie kleinere Schuppen auf der Seitenlinie, nämlich 66- 73, während der Brassen dort nur zwischen 51 und 60 Schuppen trägt. Der Kopf der Zährte ist kleiner, mit einer langen, fleischigen Schnauze und gerundeter, weicher Spitze. Das unterständige Maul hat hufeisenförmige dicke Lippen.

Die meiste Zeit des Jahres trägt die Zährte einen gräulichblau gefärbten Rücken mit blasseren Flanken; ihr Bauch leuchtet gelblich.

Zur Laichzeit wechseln die Männchen das Farbkleid: Der Rücken wird fast schwarz, und der Bauch und die Bauchflossen färben sich in einem tiefen Orange. Zusätzlich bekommen die Milchner auf Kopf und Vorderkörper einen perlartigen weißen Laichausschlag.

 

Auf der Wanderung

 

Die Zährte ist ein Wanderfisch. Normalerweise lebt sie im Unterlauf von Flüssen, doch zu bestimmten Jahreszeiten zieht sie auch ins Brackwasser der Küstengebiete. Zährten laichen zwischen Mai und Juli auf kiesigem oder schlammfreiem Grund. Um zu den Laichplätzen zu gelangen, müssen sie in einigen Flüssen Hunderte von Kilometern flussauf wandern. Die Weibchen geben zwischen 80 000 und 200 000 Eier in mehreren Laichgängen ab. Sie legen die Eier in zwei oder drei zusammenklebenden Häufchen ins saubere, steinige Flussbett. Zu Anfang haften die Eier an Pflanzen oder Steinen, später läßt ihre Haftfähigkeit nach, und sie treiben am Grund, bis sie sich zwischen Steinen festklemmen. Die Jungen schlüpfen nach fünf bis zehn Tagen.

 

Die erwachsenen Tiere wandern nach dem Laichen wieder stromab in die ruhigerfließenden Flussabschnitte. Als bodenlebender Fisch ernährt sich die Zährte von Insekten aller Art, Krebstierchen und Würmern, die dort ebenfalls vorkommen. Egel, Mückenlarven, Flohkrebse und Schlammröhrenwürmer gehören zu ihrer Nahrung wie auch verschiedene Wasserpflanzen.

 

Artverwandt oder nicht?

 

Osteuropäische Fischereibiologen behaupten, dass es von der Zährte sechs Unterarten gibt. Doch es scheint keine grundsätzlichen biologischen Unterschiede zwischen diesen zu geben. Nur in den ukrainischen Zuflüssen des Asowseen Meeres lebt eine kleinere Art, die weniger Eier legt als andere Zährten. Der in einigen subalpinen Seen in Bayern und Österreich vorkommende, der Zährte ähnliche Seenäsling (Vimba elongata) scheint sich isoliert entwickelt zu haben und wird von Biologen als artverschieden angesehen. Obwohl die Zährte recht empfindlich ist, kann sie auch in künstlich angelegten Seen überleben, falls ein geeigneter Zufluss zum Laichen vorhanden ist.

Angler fischen Zährten gelegentlich, doch ist die Zährte kein ausgesprochener Angelfisch. Berufsfischer fangen geringe Mengen mit Langleinen, Stellnetzen und Reusen. Trotz der vielen Gräten gilt das Fleisch der Zährte in einigen Gebieten als Delikatesse.

 

Vom Fortschritt bedroht

 

Viele natürliche Laichplätze der Zährte wurden vom Menschen radikal zerstört. Der Bau von Dämmen und Wehren hatte in manchen Gegenden zur Folge, dass die Zährte die flachen, kiesigen Flussstrecken, die sie zum Laichen braucht, nicht mehr erreichen kann. Die zunehmende Verschmutzung führte vielerorts zu einer Verschlammung der Kiesbetten, oder die Laichstrecken wurden ausgebaggert, um Flüsse schiffbar zu machen. Das Ergebnis sieht man heute: Die ohnehin schon rare Zährte wird noch seltener.

 

 

Lebensdaten

 

Wissenschaftlicher Name: Vimba vimba

Höchstgewicht: 2,3 kg,

Durchschnittsgewicht: 300- 400 g

MaximaleLänqet50cm

Lebensierwartung:5- 6 Jahre

 

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