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Der Zander 
ein

scharfäugiger Räuber

  

Bei deutschen Anglern wird der Zander zunehmend zu

einem der beliebtesten Raubfische. In vielen Gewässern

hat der Räuber mit den großen Augen inzwischen dem

Hecht den ersten Rang abgelaufen.

 

Mit seinem weißen Bauch, den goldene- (manchmal auch silbernen) Flanken und dem grünschwarzen Rücken ist der stromlinienförmige Zander ein schön gefärbter Raubfisch. Die dunklen Querstreifen auf dem Rücken und die beiden Rückenflossen kennzeichnen den Fisch als Mitglied der Barschfamilie. Die erste Rückenflosse besteht aus Stachelstrahlen; der Zander kann sie aufstellen.

 

Große Augen für trübes Wasser

 

Ein besonderes Merkmal des Zanders sind seine vergleichsweise großen Augen, mit denen er auch in trübem Wasser oder bei Nacht seine Beute gut ausmachen kann. Zusätzlich erhöht eine lichtreflektierende Schicht in der Netzhaut die Lichtempfindlichkeit des Auges. Die Netzhautschicht ist auch für das milchige Leuchten der Zanderaugen verantwortlich.

Die bürstenartigen Zähne und die vereinzelten Fangzähne in dem großen Maul dieses Raubfisches sind bestens dazu geeignet, kleine Fische - sie sind Hauptbeute des Zanders - zu packen und zu verschlingen.

Früher war der Zander auch in Deutschland keineswegs eine Seltenheit, und im Jahre 1938 Lebensdaten wurden in den Küstengebieten und Haffen der Ostsee sage und schreibe noch zwei Millionen Pfund Haffzander gefangen.

 

Ein Überlebenskünstler

 

Der Zander ist ausgesprochen anpassungsfähig. Er entwickelt sich prächtig in großen, langsam fließenden Kanälen und Flüssen. Auch die Lebensbedingungen in Stauseen sind für diesen Fisch günstig.

Trübe Gewässer und selbst tidenabhängige Flussstrecken mit hohem Salzgehalt beherbergen oftmals große Zanderbestände. Nur in klaren,

schnellfließenden Flüssen oder in flachen Gewässern mit geringem Sauerstoffgehalt gedeiht er nicht. In stehenden Gewässern hält sich der Zander tagsüber häufig an Scharkanten oder Löchern auf, weil er intensives Licht meidet.

 

Jagdgewohnheiten

 

Eine seiner Verhaltensweisen macht den Zander zu einem außergewöhnlich erfolgreichen Räuber: Es finden sich häufig regelrechte Zandertrupps zusammen, die dann gemeinsam auf Jagd gehen (normalerweise in der Dämmerung und während der Nacht). Die fliehenden Kleinfische werden mit den Fangzähnen meistens von hinten am Schwanz gepackt und geschluckt.

Da andere Fischarten in trüben Gewässern oder in der Nacht nicht so gut sehen können, haben Zander ihnen gegenüber einen klaren Vorteil. Sie fressen neben kleinen Fischen wie Rotaugen auch Egel und Würmer.

 

Lebenszyklus

 

Zander laichen normalerweise zwischen April und Juni. Die geschlechtsreifen Fische suchen dabei paarweise kiesige oder steinige Bereiche auf, in denen sich versunkenes Ast- oder Wurzelwerk befindet, das ihnen Schutz gibt. Dort gräbt das Weibchen eine flache Laichgrube, in der es ein bis zwei Millionen Eier ablegt, die dann vom Männchen bis zum Schlupf der Brut bewacht werden.

Die Larven ]eben zunächst von ihrem Dottersack und sind nach einer Woche etwa 6 mm lang. Sobald der Dottersack aufgebraucht ist, ernähren sich die jungen Zander von Plankton und Insektenlarven. Mit dem Fressen anderer Fische beginnen sie erst im Alter von drei Monaten, wenn sie eine Länge von ungefähr 10 cm erreicht haben

 

Im Trüben auf Zander fischen

 

Der Zander hat in vielen Gewässern den Hecht als Raubfisch Nummer eins verdrängt. Auch in der Gunst der Angler steigt der Fisch, da er recht einfach zu fangen ist, ausgezeichnet schmeckt (ganz wenig Gräten) und in vielen trüben Gewässern vorkommt. Wer viele und große Zander fangen möchte, muß die Hauptnahrung dieser Fische kennen. Untersuchungen in der Elbe haben ergeben, dass Zander sich überwiegend (über 90 %) von 10 cm langen Stinten ernähren.

Erfolgreichster Köder ist neben dem toten Stint am System ein Gummifisch von exakt 10 cm Länge. Zander lassen sich übrigens gut mit Pulverfutter anlocken. Einige Experten verwenden Tütenfutter ("Gardon") für Rotaugen. Es dauert meist nicht länger als eine halbe Stunde, bis das silbrig glitzernde Schuppenkleid der Rotaugen wiederum die Zander anzieht.

 

Lebensdaten

Wissenschaftlicher Name: Stizostedion lupioperca

Höchstgewicht: 15 kg

Durchschnittsgewicht: 1,5 kg

Maximale Länge: 1 m

Lebenserwartung: 20 Jahr

 

  

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